Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier


Freitag, 13. April 2012

Aufopferungsgebet für Kranke und Leidende

Gute Meinung
O Gott, Du weißt, dass ich jetzt nicht viel beten kann; darum soll mein Herz erstatten, was mein Mund nicht vermag. Ich mache daher folgenden Bund mit Dir: Sooft heute mein Puls schlägt, wünsche ich Dich anzubeten, zu loben und zu verherrlichen. Sooft ich Atem schöpfe, wünsche ich mir und allen Geschöpfen Gnade und Barmherzigkeit zu erflehen. Sooft ich meinen Schmerz empfinde, begehre ich Dir eine Genugtuung für meine Sünden und die aller Menschen zu geben. Sooft mein Herz schlagen wird, begehre ich Dir für die Wohltaten, die Du mir und allen Geschöpfen erzeigest, zu danken, und begehre ich Dich von Herzen zu lieben und in allen Menschen diese Liebe zu entzünden. Ich bitte Dich inständig, den Willen für das Werk anzunehmen, wenn ich vor Schmerz und Schwachheit nicht an Dich denken kann. Amen.
aus: Kreuzesblüten. Meinen lieben Gefährten in Krankheit und Leiden zur frommen Unterhaltung geweiht;von Emmy Giehrl, mit kirchlicher Approbation, Verlag Ferdinand Schöningh, 3. Auflg., 1917 


Das Buch Kreuzesblüten wurde von mehreren oberhirtlichen Stellen nicht nur Laien, sondern auch dem Seelsorgeklerus anempfohlen.
Die Autorin Emmy Giehrl war 52 Jahre lang Tag und Nacht ans Kreuz, in dem Fall ihr Bett, geheftet. Durch ein Rückensmarksleiden wurde sie als junge Ehefrau ständig bettlägerig und konnte dabei nur auf dem Rücken liegen. Gegen Ende ihres Lebens war ihr Kopf zur Seite geneigt versteift, aus eigener Kraft konnte sie ihn nicht mehr heben. (s.Bild u.)
Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes musste sie selbst Geld verdienen und wurde vom Bett aus als "Tante Emmy" eine bis nach Frankreich berühmte katholische Kinder - und Jugendschriftstellerin.
Am Festtag der hl. Teresa von Avila, die sie sehr verehrt hatte, durfte sie nach langem mit großer Geduld ertragenen Leiden - enorme Schmerzen besonders in den nachher verkrüppelten Beinen, häufige Ohnmachtsanfälle, mehrmals am Rande des Todes, nachts fast ohne Schlaf, häufig drückende Existenzsorgen - in die ewige Heimat gehen, sicherlich um ihre, durch so großes geduldiges Leiden verdiente, wunderschöne Krone vom Heiland zu empfangen. 
"In Wort und Schrift lass stets die Liebe walten."